Unsere Tsunami-Opfer Hilfsaktion hat sich die indische Stadt Madras/Chennai zum Ziel genommen. Besonders die armen Fischerleute sind hier betroffen. Da die Küste relativ steil anfällt, blieb das Landesinnere verschont. Doch waren die Auswirkungen entlang des bis ans Meer dicht besiedelten Küstenstreifens verheerend. Kaum ein Haus oder eine Hütte stand noch, statt dessen wurden tonenschwere Fischkutter an Land geworfen.
Um unser Vorgehen zu verstehen, muß man sich ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten machen. An der Küste leben vor allem Fischerleute. In den dicht besiedelten Städten bilden sie Gemeinschaften, (mit Stadtvierteln zu vergleichen), die man auch als Slums oder Kuppam bezeichnet. Jeder Kuppam wird von einem gewählten Anführer, meist dem Dorfältesten, vertreten. Auf dem Land findet man Dörfer vor, die sich durch unbesiedelte Küstenstreifen von einander trennen.
Um effektiv vorgehen zu können und auch Neid und Mißgunst der Nachbarn vorzuwirken, nehmen wir uns immer ein Dorf, bzw. Kuppam vor. Freiwillige Mithelfer, die die Landesprache (Tamil) kennen, suchen den Anführer auf und informierten sich genau über die Umstände und die Bedürfnisse der Opfer. Jede betroffene Familie wird schriftlich erfaßt. Daraufhin werden die benötigten Gegenstände und/oder Nahrungsmittel eingekauft und in den folgenden Tagen geliefert. Dabei wird auch aus Prinzip darauf geachtet, daß Frauen und Kinder immer Vorrang haben.
Das Hauptsächliche Problem ist das Entgegenwirken von Betrügern. Daher wurde schnell ein System von Listen und Abholkarten entwickelt. Jeder Name wird also bei der Abnahme sorgfältig geprüft.
Durch unsere und andere Organisationen waren die meisten Opfer schnell mit dem Überlebensnotwendigstem versorgt. Doch konnten wir nicht für immer die Menschen „füttern“, genausowenig konnten wir einfach so aufhören, wie das wohl einige Organisationen getan haben, die einfach kamen, Nahrungsmittel und Medikamente auslieferten und das wars dann. Wir wollen so gut wie möglich auf die Bedürfnisse der Flutopfer eingehen. Die sehnen sich nur nach einem: Wieder selbständig Geld zu verdienen und ihre Familien versorgen zu können. Und das ist gar nicht so schwer. Dazu müssen die Boote und Motoren repariert und neue Netze gekauft werden. Dies ist zwar teuer, doch indem wir immer einer zusammenhaltenden Gemeinschaft helfen, können die Kosten durch das Teilen von Netzen und Booten reduziert werden. Dazu das Beispiel des Dorfes Lakshmi Puram. Insgesamt 65 Familien sind jetzt wieder unabhängig. Wir reparierten sechs Boote und kauften zehn Sets an Netze in verschieden Größen ein. Die Reparatur eines Bootes kostete uns € 550 bis € 800, ein Set aus verschieden Netzen kostet € 650. Dennoch belief sich der Durchschnittliche Preis bei € 130 pro Familie.
Insgesamt haben wir mit € 30.000 an die 9.000 Menschen mit den verschiedensten Sachen versorgt, hauptsächlich mit Nahrungsmitteln, Kochtöpfen, Kleidung und Schulsachen. Insgesamt € 10.000 wurden nach der notwendigen Soforthilfe für Boote und Netze ausgegeben.
Wie es zu der Hilfsaktion kam? Der Gemeinnützige Verein *Surya* - Gesellschaft zur Verbreitung der Homöopathie, betreibt schon ein größeres Projekt in Indien, zum Aufbau eines Homöopathie Zentrums (www.asthangahomoeopathy.net). Nach dem Tsunami erklärte sich eine Mitarbeiterin, Mrs Veena Singh, deren Schwester in Madras lebt, bereit, die dortige Hilfsorganisation zu übernehmen. Da alles auf ehrenamtlicher, freiwilliger Basis beruht, fallen keine Nebenkosten an. Außerdem ist die Korruption in Indien ein sehr ernstzunehmendes Problem. Da wir auf kleiner Ebene und mit geringen Summen arbeiten, können wir dem Blickfang von Machtversessenen Regierungsbeamten entgehen, und müssen keine Bestechungsgelder zahlen.
Surya, Gesellschaft zur Verbreitung der Homöopathie, e.V.
Burgstraße 8·
D-82418 Riegsee-Hagen · Tel.: 08841-626 383 · Fax: 08841-4298
E-mail: surya@ravi-roy.de
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